Der diesjährige Tag der offenen Kirchen in Mensdorf stand ganz im Zeichen der Erinnerungskultur und der lokalen Geschichte. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, um nicht nur die Pfarrkirche näher kennenzulernen, sondern auch Einblicke in ein außergewöhnliches Forschungsprojekt des Nationalen Militärmuseums Diekirch zu erhalten.
Zu Beginn der Veranstaltung führte Pastor Guy Diederich aus der Pfarrei Musel a Syr Saint-Jacques, die Besucher in die Geschichte der Kirche von Mensdorf und ihrer Umgebung ein. Dabei lenkte er auch den Blick insbesondere auf den nahegelegenen Widdebierg, der bereits in gallorömischer Zeit als Kult- und Heiligtumsstätte genutzt wurde. Die Geschichte des Ortes reicht damit weit über die christliche Epoche hinaus und verdeutlicht die jahrtausendealte Bedeutung dieser Landschaft als religiöser und kultureller Begegnungsraum.
Im Mittelpunkt des Nachmittags stand anschließend der Vortrag von Benoît Niederkorn, Direktor des Musée National d'Histoire Militaire in Diekirch. Er stellte das Projekt „Echoes of War – Krichserënnerungsportal“ vor, das seit 2020 systematisch alle Kriegsdenkmäler Luxemburgs erfasst und dokumentiert. Ziel des Projekts, das 2020 während des Covid Lockdown startete, ist weit mehr als eine bloße Inventarisierung der Denkmäler. In einer umfassenden Datenbank werden nicht nur sämtliche Erinnerungsorte des Zweiten Weltkriegs verzeichnet, sondern auch die Lebensgeschichten der dort genannten Personen erforscht und dokumentiert und mit den jeweiligen Denkmälern verknüpft. Dazu durchforsten die Mitarbeiter des Militärmuseums internationale Archive und Friedhöfe, Kirchenbücher, Privatarchive und kommunale Bestände im ganzen Land.
Die Datenbank umfasst mittlerweile tausende Einträge und wächst kontinuierlich weiter. Erfasst werden Soldaten, Widerstandskämpfer, zivile Opfer, Opfer der Shoah, Zeitzeugen, Kollaborateure sowie ausländische Personen mit Bezug zu Luxemburg während des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Über eine interaktive Karte können Nutzer die Erinnerungsorte im ganzen Land lokalisieren und historische Zusammenhänge nachvollziehen.
Besonderes Augenmerk legte Niederkorn, der selbst aus Roodt/Syr dem Nachbarort stammt, auf die zahlreichen Kriegsdenkmäler in und im Umfeld von Kirchen. Gerade diese Orte seien oft zentrale Erinnerungsstätten der Dorfgemeinschaften. In der Gemeinde Betzdorf finden sich mehrere solcher Denkmäler, darunter auch ein außergewöhnlicher Gedenkstein mit den Heiligen Barbara und Willibrord in der Kirche von Mensdorf, dessen Symbolik weit über die übliche Form von Kriegerdenkmälern hinausgeht.
„Jeder Name ein Leben: Erinnerung, die bleibt“
Mit seinem Projekt möchte das Militärmuseum verhindern, dass die Geschichten hinter den Namen auf den Denkmälern in Vergessenheit geraten. Hinter jedem eingravierten Namen stehe ein individuelles Schicksal, das es zu bewahren und für kommende Generationen zugänglich zu machen gelte.
Für den festlichen Rahmen sorgte die Chorale Sainte-Cécile aus Mensdorf unter der Leitung von Casia Goller und der Organist Klaus Dieter Bungert. Mit ihren musikalischen Beiträgen verlieh sie der Veranstaltung eine würdevolle Atmosphäre und schlug eine Brücke zwischen Geschichte, Gedenken und lebendiger Gemeindekultur. Die Besucher erhielten nicht nur Einblicke in die Vergangenheit ihrer Heimat, sondern auch in die wichtige Arbeit, mit der diese Erinnerung für die Zukunft bewahrt wird.
Geschichte, Erinnerung und Gesang
Beim „Tag der offenen Kirchen“ in Mensdorf präsentierte Benoit Niedercorn das Projekt „Echoes of War – Krichserënnerungsportal“.
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Highlights
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Geschichte, Erinnerung und Gesang
Beim „Tag der offenen Kirchen“ in Mensdorf präsentierte Benoit Niedercorn das Projekt „Echoes of War – Krichserënnerungsportal“.
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